Neuer Auslandstätigkeitserlass zu Auslands-Arbeitnehmereinkünften

Der Auslandstätigkeitserlass zur steuerlichen Behandlung von Arbeitnehmereinkünften bei Auslandstätigkeiten wurde vom Bundesfinanzministerium (BMF) mit Datum vom 14.6.2022 aktualisiert (Neufassung des BMF-Schreibens vom 31.10.1983) und an die bestehende Rechtsprechung angepasst. Daneben wird erstmalig eine Mindestbesteuerung aufgenommen.

Für die steuerliche Behandlung von Arbeitnehmereinkünften bei Auslandstätigkeiten gilt nach Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder aufgrund des § 34c Absatz 5 Einkommensteuergesetz (EStG) Folgendes:

Bei einem Arbeitnehmer eines Arbeitgebers mit Sitz, Geschäftsleitung, Betriebsstätte oder einem ständigen Vertreter in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) Anwendung findet (EU-/EWR-Arbeitgeber), wird von der Besteuerung des Arbeitslohns, den der Arbeitnehmer aufgrund eines gegenwärtigen Dienstverhältnisses für eine begünstigte Tätigkeit im Ausland erhält, abgesehen.

Das Schreiben enthält u.a. Ausführungen zu folgenden Bereichen: Begünstigte/Nicht begünstigte Tätigkeit; Dauer der begünstigten Tätigkeit; begünstigter Arbeitslohn; Progressionsvorbehalt; Nichtanwendung.

Das Schreiben ersetzt das BMF-Schreiben v. 31.10.1983 – IV B 6 – S 2293 – 50/83 mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2023. Im Lohnsteuerabzugsverfahren ist dieses Schreiben erstmals auf den laufenden Arbeitslohn anzuwenden, der für einen nach dem 31.12.2022 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 31.12.2022 zufließen.

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