Zuzahlungen für Familienheimfahrten mit Firmenwagen

Kein Werbungskostenabzug für Familienheimfahrten bei Zuzahlungen an den Arbeitgeber für die Nutzungsüberlassung eines Dienstwagens

Kann ein Arbeitnehmer den Firmenwagen auch für die wöchentliche Familienheimfahrt nutzen, entsteht hierdurch anders als bei der Überlassung zu Privatfahrten kein zusätzlicher geldwerter Vorteil.

Aber was ist mit den etwaigen Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu diesen Fahrten? Können diese steuerlich geltend gemacht werden?

Hierzu hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 4.8.2022 (VI R 35/20) Stellung genommen.

Nutzt der Arbeitnehmer ein ihm von seinem Arbeitgeber auch zur außerdienstlichen Nutzung überlassenes Kfz für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, so scheidet ein Werbungskostenabzug auch dann aus, wenn der Arbeitnehmer hierfür ein Nutzungsentgelt leisten muss oder individuelle Kfz-Kosten zu tragen hat.

Der BFH stellt den Grundsatz auf, dass wenn kein Nutzungsvorteil zu versteuern ist, auch kein Werbungskostenabzug für Zuzahlungen möglich ist. Das „Abzugsverbot“ rechtfertige sich demnach aus dem Umstand, dass § 9 EStG zum Werbungskostenabzug und § 8 EStG zum geldwerten Vorteil in einem korrespondierenden Verhältnis zueinanderstehen, indem § 8 EStG keinen Vorteil in Höhe von 0,002 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer für solche Familienheimfahrten ansetzt, für die ein Abzug von Werbungskosten nach § 9 EStG in Betracht kommt. Damit soll eine „Doppelbegünstigung“ verhindert werden.

Im Ergebnis kann also eine Zuzahlung des Arbeitnehmers zur Firmenwagennutzung weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten führen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat am 3.11.2022 zwei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich interessante Entscheidungen veröffentlicht.

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